Etikette | Verhalten


Der Gruß

Wer den Dojang (Übungsraum) betritt, bleibt am Eingang stehen und grüßt durch eine Verbeugung den Lehrer und – falls vorhanden – die Nationalfahne. Wer zu spät kommt, darf den Unterricht nicht stören, sondern muß warten, bis der Lehrer frei ist. Erst dann kann eine Entschuldigung vorgebracht und anschließend am Training teilgenommen werden. Wer das Training vorzeitig abbrechen muß, sollte die bereits vor Trainingsbeginn dem Trainer mitteilen. Wer den Dojang verläßt, dreht sich vor dem Hinausgehen um und verabschiedet sich mit einer grüßenden Verbeugung genauso wie er es beim Eintreten in den Dojang tut.

verbeugung

Das Grüßen vor dem Training soll symbolisieren das alles Private jetzt abgelegt und alle Sinne nur noch auf das Training konzentriert sind. Gleichzeitig ist es als Respektbezeugung gegenüber dem Lehrer und den Mitschülern zu verstehen.

Aufstellung zum Training

Das Training beginnt mit der Aufstellung der Schüler zum gemeinsamen Grüßen. Je nach Verlangen des Lehrers erfolgt die Aufstellung in Dreier-, Vierer- oder Fünfer-Reihen. Im allgemeinen steht der Höchstgraduierte auf der rechten Seite des Lehrers, wenn dieser mit dem Gesicht zu den Schülern steht, in der ersten Reihe der Trainierenden. Links steht dann folglich der Niedrigstgraduierteste der höheren Gürtelgrade. Entsprechend sind auch die dahinterliegenden Reihen aufgestellt. Nachdem die Schüler sich ausgerichtet haben kommt von dem Lehrer das Kommando Charyot, bei dem die Füße zu Moa-sogi zusammengezogen werden. Die Hände, leicht zu Fäusten geballt, liegen locker an den Seite. Ist eine Nationalfahne vorhanden, grüßen Schüler und Lehrer gemeinsam auf dessen Kommando in ihre Richtung.
Dann dreht sich der Lehrer zu seinen Schülern und der Höchstgraduierteste ruft Sabom-kyongle (grüßt den Meister) oder, falls dieser höher als der 4. Dan ist, Sabomnim-kyongle (grüßt den Großmeister). Darauf verbeugen sich beide Parteien. Ist der Lehrer kein Dan-Träger wird nur kyongle gerufen.
Nach Beendigung des Trainings vollzieht sich die Verabschiedung in der selben Aufstellung und Reihenfolge wie die Begrüßung zu Beginn des Trainings.

 

Der Anzug (Dobok)

Der Dobok ist ein Anzug aus leichtem, weißem Leinen, bestehend aus Jacke (Sang-I) mit übereinander zu legenden Schößen oder Schlupfjacke (der modernen Version), Hose (Ha-I) und dem Gürtel (Ty). Die Jacke soll das Gesäß bedecken und ihre Ärmel reichen mindestens über den halben Unterarm, höchstens bis zu den Handgelenken. Die Hose ist so gearbeitet, daß ein seitlicher Spagat möglich ist. Sie reicht mindestens bis zu den Fußknöcheln.Der Ty reicht für das zweimalige Umwinden der Taille, wobei nach dem Binden des Spezialknotens beide Gürtelenden in gleicher Länge zwischen 25 und 30 Zentimetern herabhängen. Für Dan-Träger darf der Kragen der Jacke mit einer schwarzen Borte versehen sein.

Der Gürtel (Ty)

Der Gürtel wird so gefaßt, daß beide Enden gleich lang sind und mit seiner Mitte um den Bauch gelegt. Beide Enden werden nach hinten geführt und im Rücken das von rechts kommende Ende unter das von links geführte geschoben.

Das untergeschobene Ende wird nach vorne bis zur Bauchmitte geführt, wo es unter dem Gürtel wieder hervorkommt und herunterhängt. Das andere Ende wird oben weitergeführt und vorne von oben unter beiden Gürtelenden durchgeschoben. Durch Ziehen an beiden Enden wird der Gürtel enger geschlungen. Das nach unten heraushängende Ende wird nun glatt, daß heißt ohne den Gürtel zu verdrehen, um das von oben herauskommende Ende geschlungen und dann wird an beiden Gürtelenden gezogen, bis der Gürtel fest verknotet ist. Der Ty ist nur dann vorschriftsmäßig gebunden, wenn beide Enden nach dem Verknoten gleich lang sind.